Brenzlige Lage um Schwarzheide finanziell entschärft
Schwarzheide/Ruhland - Die brenzlige Lage für das als hoch mit Kriegsmunition belastete Gebiet um Schwarzheide und Ruhland ist finanziell entschärft. Das erklärt der Landtagsabgeordnete Ingo Senftleben (CDU).
Das Innenministerium habe den Etat für die Kampfmittelbeseitigung im laufenden Jahr um 2,5 Millionen Euro erhöht, nachdem das Budget im Zuge der Haushaltssperre zuvor um 1,3 Millionen Euro gekürzt worden war.
»Ich bin erleichtert. Denn auch die Städte Ruhland und Schwarzheide sind von der Munitionsbelastung betroffen«, sagt der Oppositionspolitiker. Mit der Aufstockung könnten die Kapazitäten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) nunmehr für die weitere Absuche genutzt werden, stellt Senftleben fest.
Betroffene Kommunen und die Christdemokraten im Landtag hatten gefordert, die Mittel trotz Haushaltssperre freizugeben. Senftleben hatte erklärt, das Zurückhalten des Kampfmittel-Etats zeuge von einer konzeptionslosen Haushaltspolitik der rot-roten Koalition, deren Tragweite gefährlich werde.
Etwa 2900 Hektar der insgesamt 3256 Hektar großen Verdachtsfläche der Gemarkungen Schwarzheide und Ruhland gelten weiterhin als mit Kriegsmunition belastet. Betroffen sind vor allem das Stadtgebiet Schwarzheide und die angrenzende 130 Hektar große Waldfläche. Dort war zu Kriegszeiten ein »Scheinwerk« zur Ablenkung der Alliierten-Bomber, die die Brabag ansteuerten, errichtet worden.
Gezielte Munitionsabsuchen sind nach Angaben der kommunalen Ordnungsämter und der Oberförsterei Senftenberg derzeit nicht im Gange und auch nicht vorgesehen. Forstwirtschaftliche Pflegearbeiten auf als belastet geltenden Arealen seien in diesem und dem kommenden Jahr nicht geplant. Ehemalige Truppenübungsplätze, für die enormer Handlungsbedarf bestehe, gebe es im hiesigen Munitionsverdachtsbereich nicht, so die Behörden.
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Zahlen & Fakten Das Gebiet um Schwarzheide gilt zu 98 Prozent als Kriegsmunitionsverdachtsfläche. Die Gegend wurde vor allem von amerikanischen Bombern angriffen, um die Herstellung von Treibstoff für die deutsche Kriegsmaschinerie zu verhindern. In den Jahren 1999 bis 2005 fand die Beräumung des BASF-Geländes statt. 1,73 Millionen Euro wurden eingesetzt. In den vergangenen 20 Jahren wurden 17 Bomben entschärft. |