Neuer Autorasthof soll bei Ortrand entstehen
Ortrand - Investoren, die Rasthöfe an Bundesautobahnen errichten, haben ein Auge auf eine Fläche vor den Toren der Stadt Ortrand geworfen. Nach ihren Vorstellungen soll dort auf einem elf Hektar großen Ackergelände an der A 13 ein neuer Autohof gebaut werden – mit hohem Standard und bester Ausstattung
»Der Bedarf ist an dieser Strecke dringend vorhanden. Darin sind wir uns mit dem ADAC einig, der einen Rasthof an dieser Stelle ausdrücklich befürwortet«, erklärte Projektvermittler Klaus-Dieter Jakob im Auftrag der RS-Plan AG aus Bad Kreuznach. Nach den Studien der Investoren sei die Entfernung auf der Autobahn A 13 nach Berlin mit 1,5 Autostunden sowie in Richtung Prag perfekt für einen Haltepunkt, den Fernreisende zirka aller zwei Stunden einlegen. »Von Prag kommend gibt es auf der gesamten Strecke keinen großen Rasthof außer das Dresdner Tor«, führte Jakob vor zahlreichen Grundstückseigentümern aus Ortrand aus. Denn nachdem sich die Ortrander Stadtverordneten bereits positiv zu den Rasthof-Plänen geäußert haben, sind in dieser Woche nun auch die Eigentümer der betroffenen Flurstücke eingehend zu dem Vorhaben informiert worden. »Das Projekt ist zwar noch in einem frühen Stadium, aber wir wollten, dass die Grundstückseigentümer frühzeitig Bescheid wissen und sich eine Meinung zum Verkauf ihrer Flächen bilden können«, sagte Bürgermeister Ingo Senftleben. Das Stadtoberhaupt glaubt, dass der Bau eines solchen Autohofes nahe bei Ort rand viele positive Effekte für die Wirtschaft und für die Stadt als Ganzes bringen könne.
Nach ersten Vorstudien der Investoren soll der Autohof nicht direkt an der Autobahn, sondern ein paar Hundert Meter entfernt am Kreisverkehr vor den Toren der Stadt errichtet werden. Das sei nötig, weil das durch die Brücke erhöhte Gelände direkt neben der Autobahnauffahrt mit Biotop und Flusslauf nur schwer zu erschließen ist. Dagegen sei die Fläche am Kreisverkehr bestens geeignet. »Dieser Kreisverkehr wurde einst vorausblickend schon nach internationalen Abmessungen gebaut, sodass auch Lkw ihn problemlos passieren können«, so Klaus-Dieter Jakob.
Auf einer 200 mal 540 Meter großen Feld- und Wiesenfläche am Abzweig in Richtung Frauendorf könnten nach den ersten Überlegungen der Investoren 150 Stellplätze für Lkw, 200 bis 300 Pkw-Stellplätze sowie rund 50 bis 100 Busstellplätze entstehen. Dazu sind ein Gastronomiekomplex mit einem Spielplatz, ein Hotel mit 50 Zimmern, eine Tankstelle mit Waschstraße, eine Lkw-Reparaturwerkstatt sowie ein Fachhandel für Autozubehör vorgesehen. »Das alles soll einen hohen Standard haben, damit Reisende sich hier wohlfühlen und wiederkommen«, so Projektvermittler Jakob. Beispielsweise solle das Areal auch einen öffentlichen Grillplatz und einen Sanitär- und Fitnessbereich für Lkw-Fahrer haben, die während des Fahrverbots am Wochenende dort verweilen können.
Bei der Frage nach den neu entstehenden Arbeitsplätzen hielt sich Klaus-Dieter Jakob noch zurück. Bei einem Dreischichtbetrieb könne man auf dem Rasthof wahrscheinlich von 40 bis 50 Arbeitsplätzen ausgehen, so seine Schätzung. Zudem würden während der Bauphase einheimische Unternehmen von der Investition partizipieren.
Nach einer ersten Marktanalyse haben die Investoren eigenen Angaben zufolge eine gute Resonanz von potenziellen Partnern auf den neuen Standort bei Ortrand erhalten. Bis zum Jahresende soll nun geklärt sein, ob genügend Partner fest mit ins Boot steigen. Danach wird das klare Bekenntnis zum Baustart gegeben. Erst dann werden Bauantrag und Bebauungsplan eingereicht.
Bis zu diesem Zeitpunkt müssen sich auch die Grundstückseigentümer entscheiden, ob sie dem Verkauf ihrer Flächen zustimmen.
Das erste Bürger-Echo auf die Rasthof-Pläne war zunächst geteilt. Einige wenige Eigentümer signalisierten, nicht verkaufsbereit zu sein. Andere dagegen sahen in dem Projekt eine Chance für die Stadt, für ihre Belebung und wirtschaftlichen Aufschwung. Amtsdirektor Kersten Sickert stellte in Aussicht, für Eigentümer, die ihr Grünland behalten möchten, gleichwertige Flächen zum Tausch bzw. Erwerb zu finden.
Zum Thema:
Zeitplan: zum Jahreswechsel 2010/11 soll die Entscheidung zur Projektverwirklichung fallen; danach ist eine einjährige Planungs- und Genehmigungsphase zu erwarten; frühester Baubeginn könnte im Frühjahr 2012 seinDas gesamte Gelände des Autorasthofes soll eingezäunt werden. »Vor allem, damit kein Müll in angrenzende Wald flächen gelangt«, so Klaus-Dieter Jakob.Grundstückspreis: der von den Investoren angebotene Preis für den Ankauf der benötigten Flächen beträgt fünf Euro pro Quadratmeter und sei unantastbar. »Das ist ein fairer Preis, der für alle gleich gelten wird - für Eigentümer, die sich schnell oder eben später zum Verkauf entscheiden. Es wird keine Preisverhandlungen geben«, so Jakob. Zum Vergleich: Der aktuelle Bodenrichtwert weist für landwirtschaftliche Nutzflächen 0,18 bis 0,20 Euro pro Quadratmeter aus.
Von Catrin Würz |