In der Tat! Ingo Senftleben | CDU-Landtagsabgeordneter des Wahlkreises 38
 


   
Pressespiegel
28.11.2011, 17:41 Uhr | Lausitzer Rundschau Übersicht | Drucken
Beeindruckt vom Eisenhütten-Antrag

Die bevorstehende 125. Wiederkehr des Gründungstages der Ort rander Eisenhütte hat am Wochenende im Mittelpunkt des 21. Tages der Stadtgeschichte in der Pulsnitzstadt gestanden. Ende des 19. Jahrhunderts schienen die Voraussetzungen für Firmengründungen wesentlich günstiger als heutzutage.


Ortrand. „Am meisten fasziniert mich in der Geschichte unserer Eisenhütte die Einfachheit der Beantragung ihrer Gründung“, erklärt der Ortrander Amtsdirektor Kersten Sickert. Ein paar Blatt Papier hätten gereicht, um von den Behörden einen entsprechenden Erlaubnisschein zu erhalten. Dieses Procedere sei nach nur drei Monaten abgeschlossen gewesen. Das war Ende des Jahres 1886. Bereits am 4. Januar 1887 ging die Hütte in Betrieb. „Das wäre heute undenkbar“, sagt Kersten Sickert. So seien allein für die Genehmigung eines Carports auf einem Privatgrundstück mindestens drei Aktenordner Papier erforderlich.

Bernd H. Williams-Boock, seit 2004 Geschäftsführer der Ort rander Eisenhütte, sagt, dass es ihn mit großem Stolz erfüllt, dass der Betrieb bislang sieben Wirtschaftssysteme und zwei Weltkriege überstanden hat. „Das Eisen fließt. Wir gießen“, noch immer werde mit dem gleichen Eisen gegossen wie vor 125 Jahren. Allerdings habe sich die Produktpalette erheblich gewandelt. Den Unternehmer fasziniert immer wieder die für die Stadt typische Kombination aus Möglichkeiten, Technik und begeisterungsfähigen Menschen, die Visionen umsetzen. Fanden Ende des 19. Jahrhunderts zwölf Mitarbeiter Lohn und Brot in der Hütte, sind es heute 240. Pro Jahr erzielt die Hütte einen Umsatz von 45 Millionen Euro. „Und das ist nicht das Ende der Fahnenstange“, betont Williams-Boock.

Nicht zuletzt gebe es zwischen Stadt und Hütte ein fruchtbares Geben und Nehmen. Nur so konnte beispielsweise die Entlastungsstraße parallel der Bahntrasse gebaut werden. „Das wäre nie ohne unsere gute Zusammenarbeit gelungen“, bestätigt Bürgermeister Ingo Senftleben (CDU/MdL).

Dass Verkehrswege für die Existenz von Gewerbe seit jeher eine wesentliche Bedeutung haben, beweist das große Engagement des Ortrander Eisenbahnpioniers Karl Eduard Zachariae von Lingenthal (1812 bis 1894). Er hatte sich vehement für den Bau der Cottbus-Großenhainer Eisenbahn durch die Pulsnitzstadt eingesetzt. Ursprünglich war nämlich geplant, die Strecke über Großthiemig zu führen. „Ohne den Bahnanschluss gebe es heute keine Eisenhütte in Ortrand“, stellt Danny Duismann, der Vorsitzende des Heimatvereins „1912“, klar.

Von Torsten Richter


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